Alverans Pforten

Die Spinn ergibt keinen Sinn

... und es geht weiter als hilfloser Geweihter

„Wer verwebt des Schicksals Netze?
Wer verspinnt dessen Gesetze?
Wer bestimmt der Augen Sicht?
Wer entzieht sich selbst dem Licht?

Höhlen, Tunnel, Gänge
Einem Zwerg ist sowas nicht zu enge.
Doch sitzt darin ein dicker Spinn,
verliert Erfahrung ihren Sinn.

Und sind’s noch tausend Beine mehre,
vergeht im Spinnengift die Ehre.
Und was es gilt hier noch zu tun,
möge besser lange ruhn.

Doch leider gings um den Gefährten,
den die Biester dort entehrten.
So stand es schnellstens außer Frage,
ihn zu entziehen dieser Plage.

Endloses Wasser in der Globule, durchgefüttert und am Leben erhalten von einer Echse und ein tausendfaches Spinnenvolk. Eine Prüfung schlimmer als die andere. Und das Leben der Gefährten, vor allem das Yardonns, hängt am seidenen Faden.
Wir müssen unseren Gefährten Beowulf retten und dazu müssen wir in die Höhle, den Spinnenbau. Ich als Zwerg soll ihnen eine Hilfe sein, was ich auch wäre, wenn die Höhle eben nur eine Höhle wäre und statt Spinnen ein paar Fledermäuse darin hausen würden.
Ich wollte die Gruppe aufbauen, ihr Kraft verleihen, aber es war zu viel erwartet. Nur ihr Mut stieg, nicht aber ihre Lebenskraft.
Dennoch und trotzdem drangen wir in die Höhle hinein und stiegen hinab. Diese Höhle war nicht nur natürlich, sondern auch künstlicher Natur. Wir Zwerge graben auch, das weiß man, und wir graben gerne tief in den Berg. Aber man sollte nie zu tief graben. Keine Löcher steil nach unten.
Es soll Zwerge gegeben haben, die dies taten, auf ein uraltes feuriges Übel stießen und es bedurfte eines mächtigen Zauberers, dieses Übel wieder zu bannen.
Hier gab es üble Spinnen in vielen Arten und von ungeahnter Größe. Warum auch immer, ängstigt mich dieses Viehzeug seit je her und damit meine ich schon das Kleinviehzeug im eigenen Heim.
Hier bedeutete diese Angst entweder auf der Stelle zu sterben oder mit Hilfe der Göttin zu widerstehen.
Ich will nicht lange nachdenken, über diese Zeit dort unten, da es mich nur furchtbar schaudert.

Am Ende fanden wir Beowulf, der sich selbst befreien konnte und auf seiner Flucht noch auf ein nettes Stöffchen gestoßen war, dass ich als alchemistisches Sprenggut identifizieren konnte.

Wir heizten damit dem Gezücht mächtig ein. Sogar bedrohen konnten wir es damit, um Yardonn zu befreien, der sich kurz selbst in eine missliche Lage brachte.
Dennoch stellte ich wiederum fest, dass ich der Gruppe nur wenig Hilfe bin. Meine Kampfgüte reicht für eine Kneipenprügelei und der große Stratege bin ich auch nicht.
Wir haben nur einen Garwin, der immer kämpfen will und hofft, dass ihm Ideen, dann während des Kampfes einfallen. Immer wieder drängt er, doch endlich loszuziehen und erst nach der Tat zu überlegen, wie wir es hätten am besten angehen sollen. Denn dann wäre dafür Zeit…(oder auch nicht mehr).
Die Tza-Geweihte ging uns verloren. Aber dies ist die Geschichte ihres Volkes, nicht meine. Sie ist letztendlich an der Schwäche gestorben, die die Götter ihrer Rasse auferlegt haben, nämlich im Winter in eine Starre zu verfallen und zu schlafen. Wir haben sie geschützt so gut es ging. Und so leid es mir tun sollte, die Götter werden ihre Gründe dafür gehabt haben.

Nach unserer Flucht haben wir, zu müde und erschöpft für alles, uns einfach in einem Nachtlager schlafen gelegt. Aber nicht einmal das war uns vergönnt, denn derselbe Goblinstamm, der uns dareinst aufgriff, um ihm einen Oger zu kochen, weckte uns wieder in der Nacht und entführte uns zum Kochen.
Leider hatten sie dieses Mal keinen frischen Oger, sie hatten eigentlich nichts. Und hätten auch durchaus unsere Wehrkatze Beowulf oder mich verspeist.
Dann sagten sie, wir sollten den Greif braten, den sie gefangen hatten. Ungläubig ob dieser Geschichte zeigten sie ihn uns und bei der Mutter Peraine, sie hatten tatsächlich so ein Geschöpf, einen Sendboten Praios‘! Welch Frevel bahnte sich hier an. Ich wollte ihn heilen, ihm helfen zu fliehen, doch wieder fehlte mir die Kraft meiner Göttin, so wie ihm die Kraft seines Gottes fehlte.
Yardonn sprach mir Mut zu, ich sollte zuversichtlich sein und Stärke im Glauben haben. Ich wollte ihn glatt umarmen für seinen Zuspruch. Es war ähnlich, als wollte ich ihm den Glauben stärken, seine Pfeile würden einen Feind töten und ihm nicht nur ein Horn auf seine Stirn setzen.

Falla kam auf die gute Idee, Kräuter für die hungrigen Mäuler zu suchen und ich spürte genug Kraft in mir, um dieses sicher nicht in Gänze sättigende Mahl mit einem hungerstillenden Segen zu belegen.
Wir schafften es, die Goblins zu beindrucken und sie gönnen uns eine ganze ruhige Nacht vor dem Frühstück. Sie haben eine Schamanin, die deutliches Interesse zeigte am Wirken Peraines. Vielleicht sollte ich sie auf den richtigen Weg bringen. Es bleibt keine Zeit, sie zu einer Geweihten auszubilden, vielleicht nicht mal zu einer Novizin, aber wenn sie den Glauben erlangt, mit Peraines Hilfe ihrem Volk zu helfen, wäre schon viel erreicht.

Und ich hätte vielleicht Gelegenheit, meine Göttin von meinem Wirken zu überzeugen und genug Kraft anzusammeln, um auch eine Hilfe zu sein und nicht nur ausgebrannt von einer Not in die nächste zu taumeln, zur Tatenlosigkeit verdammt zu sein und nur mein bisschen Verstand zu haben, der mir meistens nur die Erkenntnis bringt, dass eh alles verloren scheint.

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Volkenkratz

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